27. April 2008 von Maryann_Rohner (53 Posts)714 mal gelesen
Kurz vor dem Sommerurlaub stellt man überraschend fest, dass der Bikini vom Vorjahr kneift, oder es bleiben nur noch wenige Tage, um sich wieder in das Kostüm aus der letzten Saison hineinzuhungern – immer wird die Zeit knapp und die Kilos können gar nicht schnell genug schmelzen. Ganz schön viel Stress. Aber vermeidbar, wenn es nach der europäischen Kleidungsindustrie geht. Das Wirrwarr um die Konfektionsgrößen hätte ein Ende.
Abnehmen, und das ganz schnell – das wünschen sich die meisten von uns, die mit ihrer Figur nicht einverstanden sind. Viele haben beispielsweise festgestellt, dass sich die Proportionen der Deutschen verändert haben (müssen), etwa die Beinlänge im Vergleich zur Größe des Oberkörpers. So genannte Split-Suits, bei denen man sich ein Sakko in Größe 98 und eine Hose in Größe 50 aussuchen kann, liegen im Trend.
Die Hersteller wollen Daten, um zum Beispiel Fragen wie diese zu beantworten: Wie viele Frauen gibt es, die beim Hüftumfang Größe 38 tragen, denen aber die Standardlänge zu kurz oder zu lang ist? Bei den deutschen Frauen wurde das Maßband zuletzt 1994 angelegt, bei den Männern liegt die letzte Messung fast 40 Jahre zurück. Kinder wurden noch nie vermessen. Im Projekt “Size Germany” werden derzeit 12.000 Deutsche, Männer, Frauen und nun auch erstmals Kinder vermessen. Ein Laserstrahl tastet dabei die Körper räumlich ab. 40 verschiedene Teilmaße wie Unterarmlänge und Rückenbreite werden erfasst und sollen bis Ende 2008 ausgewertet sein.
Angedacht ist eine dreistellige Nummer, die von mehreren Körpermaßen, wie etwa dem Brustumfang bestimmt wird. Zu den Befürwortern eines einheitlichen Systems zählen vor allem Versandhändler. Neckermann und Konkurrenten wie Otto erhoffen sich weniger Rücksendungen der Kunden und dadurch geringere Kosten. Noch ist unklar, ob es EU-Einheitsgrößen geben wird. Immer wieder sind Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, des DIN-Normenausschusses und des GermanFashion-Verbandes zusammengekommen — bislang ohne Ergebnis.
Eine Lösung: Onesize, auch als One Size oder OS bekannt, ist eine Einheitskleidergröße die es sowohl bei Frauen– als auch bei Männerkleidung gibt. Gemeint damit ist, dass es dieses Kleidungstück nur in einer einzigen Größe gibt, die allen passen soll. Korrekter wäre jedoch dass die Kleidung jeder Person mit Durchschnittsmaßen passt, also hauptsächlich Frauen mit Kleidergröße S oder M, bei Männern M oder L. Die Artikel sind meist ein wenig dehnbar, und können daher auch mal einer Größe drunter oder drüber passen. Aber als Faustregel gilt, Frauen die in ein S oder M und Männer die in ein M oder L passen, passen auch in einen Onesize Artikel.
Ich weiß nicht, wer den vielen Frauen eingeredet hat, Skelette sind sexy. Sie sind es nicht. Auch nicht wenn Reispapier dünne und gebräunte Haut darüber spannt. Das erinnert mich eher an die ausgemergelten Mumien, die man gelegentlich im Tal der Könige findet. Wären deren Kleider nicht aus Prada-, Gucci– oder Versace-Flagshipstores, sondern aus Äthiopien, könnten die mit der Figur auch Werbung für die Welthungerhilfe machen. Motto: Eine Frau sieht Brot. Liebe Victoria, geh weniger shoppen — geh essen! Kleidergröße Null — ich finde diesen Trend nicht nur hässlich, ich finde ihn auch verantwortungslos. Ich finde es auch verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder mästen, bis sie fett, krank und einsam werden. Aber das andere Extrem ist keinen Deut besser. Es ist nicht gesund. Es ist nicht schön. Es ist Missbrauch am eigenen Körper. Wenn ich Frauen wie dich sehe, mache ich mir Sorgen. Um die Frauen. Aber noch mehr um die, die ihnen nacheifern.
Man hat nämlich festgestellt, dass die Kleidergrößen mit ihren Maßen aus den 1960er Jahren so gar nicht mehr zum heutigen weiblichen Körperbau passen: Wir alle sind etwas breiter in dem Hüften geworden, und auch in der Länge hat die durchschnittliche Europäerin einige Zentimeter zugelegt. Und damit wird eintreten, was viele schon lange erhofft haben: Endlich passt Größe 36 wieder, ganz ohne Diät oder Hungern – einfach beim nächsten Kleiderkauf. Meist merkt man nämlich erst, dass die Figur aus dem Leim geraten ist, wenn schon Feuer am Dach ist – siehe oben.…
















Es liegt wohl kaum an der besonderen Sympathie der Deutschen für die Ägypter, vielmehr sind es die konkurrenzlos günstigen Preise, die dafür sorgen, dass sich die Hotels in Badeorten wie Hurghada oder Sharm el-Sheikh wieder füllen. Die Rückkehr der Urlauber ist zu begrüßen. Schließlich hängt die Wirtschaft des Landes zu einem ganz überwiegenden Teil am Tourismus. Die Menschen, die auf dem Tahrir-Platz die friedliche Revolution ins Rollen brachten, haben unsere Solidarität ebenso verdient wie die Tunesier, die Diktator Ben Ali mit Demonstrationen zu Fall brachten. In Tunesien sollten Reisen angesichts der noch immer unübersichtlichen Lage in Tunis allerdings bis auf Weiteres auf die Badeorte am Mittelmeer beschränkt bleiben.
Ein Urlaub in Ägypten ist eine gute Idee — auch und gerade dann, wenn sich die Reisepreise wieder normalisiert haben.
Es ist nur die halbe Wahrheit, wenn die Textilbranche Preiserhöhungen für Kleidung mit teurerer Baumwolle und gestiegenen Arbeitslöhnen in Asien begründet. Tatsächlich machen die Rohstoff– und Produktionskosten insbesondere bei Markenware nur einen Bruchteil des Gesamtpreises eines T-Shirts oder einer Hose aus. Ein viel größerer Posten entfällt auf das Marketingbudget und die Marge der Hersteller.
Viele Kunden in Deutschland würden sicher gern ein paar Euro mehr für ihre Jacken oder Mäntel ausgeben, wenn sie nur sicher sein könnten, dass das Geld direkt bei den chinesischen Baumwollpflückern oder den Näherinnen in Bangladesch ankommt. Sie sind es nämlich, die zum Teil unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen unsere Kleidungsstücke produzieren. Tatsächlich steht aber zu befürchten, dass die zusätzlichen Euro eher bei skrupellosen Fabrikbesitzern oder Rohstoffspekulanten hängen bleiben.
Was der Textilbranche fehlt, ist ein einheitliches und klares Label, das den Kunden eine faire Produktion von Kleidungsstücken garantiert. Dieses Label müsste von einer unabhängigen Organisation oder staatlichen Stellen überwacht werden.
Wenn es dann bei solch einer zertifizierten Ware zu Preiserhöhungen kommt, können die Verbraucher davon ausgehen, dass diese tatsächlich durch höhere Löhne oder Preise für die Bauern gerechtfertigt ist. Bislang aber gibt es lediglich eine Vielzahl unterschiedlicher Siegel. Sie verwirren den Kunden mehr, als dass sie für Orientierung sorgen.