21. September 2010 von SoehnleinB (23 Posts)167 mal gelesen
Muss ich mich eigentlich mit einem Auto unterhalten? Kaum versinke ich in den cremefarbenen Lederpolstern des windschnittigen Volvo XC70, da klingelt schon das Bordtelefon — neudeutsch: der Personal Car Communicator. Ich wundere mich, denn ohne mein Zutun meldet sich plötzlich eine gut gelaunte Stimme: “Hier ist Volvo Köln. Mein Name ist Katharina Dingenskirchen. Was kann ich für Sie tun?” Mir fallen jede Menge Dinge ein, die ich der Dame ins Ohr flüstern könnte. “Keine Ahnung”, sage ich stattdessen. Die aufgekratzte Stimme dieser anscheinend rheinischen Frohnatur klärt mich darüber auf, dass ich sie gerade angerufen habe. Das kann ich zwar nicht bestätigen, will es aber auch nicht ausschließen: Schließlich sitze ich in einem Testwagen und habe vielleicht schon viel mehr ausprobiert, als ich eigentlich wollte.
Zu viert fahren wir (meine Frau, unsere beiden Kinder und ich) in dieser mit viel Beinfreiheit ausgestatteten Familienkutsche Richtung Münster, um dort den Allwetter-Zoo zu besuchen — ein kitschig schöner Vollbetonbau, in dem schon ich einen großen Teil meiner Kindheit verbrachte. Dem zweijährigen Arne hat es vor allem die Sitzheizung angetan: Er verlangt lautstark nach “Eiung, Eiung”. Unser siebenjähriger Bastian freut sich über den geräumigen Kofferraum. Deshalb will er unbedingt sein Indianerzelt mitnehmen. Als ich ihm das auszureden versuche, verbeißt er sich in ein seiner Meinung nach schlagkräftiges Argument: Der Zoodirektor, das sei doch der, der die Winnetou-Bücher geschrieben habe. Die Diskussion endet damit, dass das gute Kind sofort den “Zooführer” lesen will. “Ich habe ja auch einen Zauberkasten”, trumpft er auf. Der Deal ist perfekt — wir nehmen also kein Indianerzelt, sondern nur den Zauberkasten mit. Bald schießen wir über die Autobahn A2, vom Turbodiesel ist trotz 200 Stundenkilometern kaum etwas zu hören. Kein Wunder, bei dem Lärm, den die Kinder machen.
Warum ausgerechnet eine Autotestfahrt zum Allwetter-Zoo? In ein paar Tagen kommt eine neue neue Zoo-Attraktion als Zoogeburt — und überhaupt: Die Sightseeingtour durch Münster City begeistert auch unsere beiden Jungs: Jede Menge alte Häuser mit engen Gässchen, über deren Kopfsteinpflaster uns der XC70 erschütterungsarm gleiten lässt.
Doch was ist das? Die Straßen in der Innenstadt sind weiträumig gesperrt: überall absolutes Halteverbot. Egal: Ich bin Familienvater — und als Familienkutschentester in höherer Mission unterwegs. Deshalb stellen wir den Wagen direkt unter einem Halteverbotsschild ab. Das Einparken selbst ist einfach: Immer, wenn ich irgendeinem Poller zu nahe komme, gibt die Einparkhilfe drohende Geräusche von sich. Wir steigen aus und haben, was für ein Glück, den Zauberkasten im Kofferraum. Arne nimmt den Zauberstab in die Hand, murmelt beschwörende Formeln und, Simsalabim, eigentlich sollte das Halteverbotsschild jetzt verschwunden sein. Hoffentlich sieht das die Polizei genauso.
















Wo lebt Mann am besten? “Zu Hause bei Mutti” war leider keine Antwortmöglichkeit. Auch die Playboy-Villa, Heimat der “Bunnys”, nicht. Als besonders männerfreundlich gilt ein Städtchen, in dessen westfälischen Feldern und Fluren es aber immerhin auch Häschen gibt: Münster. Die “Stadt der Wissenschaft und Lebensart” belegte jetzt den ersten Platz in einem Städte-Ranking, das kein Mensch braucht. Mann aber offenbar schon. Meinten jedenfalls die Macher bei “Men’s Health”, der Apotheken-Umschau für Lifestyle-orientierte Herrschaften.
Mann o Mann, in der Rangliste fehlen nur noch die Kracher-Metropolen Kaiserslautern und Kassel. Bei den frauenfreundlichsten Städten (ja, die Studie gibt es auch schon) steht Bielefeld besser da. Die Studie, welches Geschlecht mehr Geschmack hat, ist damit noch überflüssiger als ohnehin schon.