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17. Januar 2012 von westaflex (202 Posts)
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Grie­chen­land ist pleite”, kon­sta­tie­ren die Ban­ken. Sie machen ihr Urteil daran fest, dass Stan­dard & Poor’s die Boni­tät des süd­eu­ro­päi­schen Lan­des abge­wer­tet hatte. Die ame­ri­ka­ni­sche Rating­agen­tur hatte das Land zuvor dras­tisch auf Ramsch-Status zurück­ge­stuft. Mitt­ler­weile kri­selt es auch in den rest­li­chen Piigs-Ländern (Por­tu­gal, Ita­lien, Irland, Grie­chen­land, Spa­nien), die Staats­ver­schul­dung wächst. Und es sieht nicht danach aus, als ob sich die Kon­junk­tur bald erho­len würde. Die Rating­agen­tu­ren zie­hen dar­aus ihre Kon­se­quen­zen und geben den Län­dern schlech­tere Noten. Aber kann eine sol­che Län­der­note, die in ers­ter Linie die gesamt­wirt­schaft­li­che Situa­tion des Lan­des zusam­men­fasst, dar­über hin­aus auch eine Hil­fe­stel­lung bei der Ent­schei­dung für oder gegen einen Stand­ort im Aus­land sein?

Mit­tel­ständ­ler sind da skep­tisch: “Dar­auf ach­ten wir zwar auch, aber in begrenz­tem Maße. Gene­rell ist dies nicht aus­schlag­ge­bend für die Stand­ort­ent­schei­dung”, stellt Westaf­lex klar. Das mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men aus dem west­fä­li­schen Güters­loh hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Ver­triebs­de­pen­dan­cen in Schang­hai, Sin­ga­pur und Bos­ton eröff­net. Für uns zäh­len andere Kri­te­rien, wenn es um den Schritt ins Aus­land geht. “Wich­tige Automotive-Kunden hat­ten 2010 ihre Pro­duk­tio­nen nach Asien ver­legt, und für uns war es damals selbst­ver­ständ­lich, dass wir auch dort Sup­port leisten.”

Sol­len Unter­neh­men Nut­zen aus Län­der­ra­tings zie­hen, müs­sen sie das Län­der­ri­siko also wesent­lich umfas­sen­der unter­su­chen. Denn für ein Unter­neh­men, das Pro­duk­ti­ons­stät­ten oder Ver­triebs­or­ga­ni­sa­tio­nen im Aus­land ansie­deln will, spielt die Kre­dit­wür­dig­keit des Lan­des selbst nur eine unter­ge­ord­nete Rolle. Statt­des­sen sind neben den poli­ti­schen und gesamt­wirt­schaft­li­chen Daten beson­ders die geschäft­li­chen Ein­fluss­grö­ßen des loka­len Markt­ge­sche­hens von Bedeutung.

Wich­tig für uns sind detail­lierte Markt­ana­ly­sen, aber in ers­ter Linie ist per­sön­li­ches Net­wor­king ent­schei­dend.” Gerade auf Mes­sen ent­ste­hen wert­volle per­sön­li­che Kon­takte, die für einen Schritt ins Aus­land aus­schlag­ge­bend sein kön­nen. Auch die Sub­ven­ti­ons­pra­xis vie­ler Län­der, gerade im Bereich erneu­er­bare Ener­gien, hält Westaf­lex für außer­or­dent­lich wich­tig. So sei zum Bei­spiel der aus­tra­li­sche Markt in die­ser Hin­sicht auf­grund des dor­ti­gen poli­ti­schen Umfelds für westaf­lex zur­zeit sehr interessant.

Ein Rating kann aller­dings nur so gut sein wie die Daten, auf denen es basiert. Und diese lie­gen oft mit einer erheb­li­chen zeit­li­chen Ver­zö­ge­rung vor. Oder sie sind – wie im Fall der grie­chi­schen Finanz­po­li­tik – sogar von zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät. Zudem kön­nen Län­der­ra­tings zwar Chancen-Risiko-Hinweise für Unter­neh­men geben, die ins Aus­land expan­die­ren wol­len, kon­krete Bran­chen­in­for­ma­tio­nen sind jedoch nicht ent­hal­ten. Jedes Län­der­ra­ting kann damit allen­falls eine grobe Ori­en­tie­rungs­hilfe sein. “Die end­gül­tige Ent­schei­dung für oder gegen eine Inves­ti­tion muss dar­über hin­aus natür­lich viele wei­tere inves­ti­ti­ons­spe­zi­fi­sche Details berück­sich­ti­gen”, sagt Westaf­lex aus sei­ner mehr als 75-jährigen Erfah­rung.

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 17. Januar 2012 um 15:38 Uhr veröffentlicht und wurde unter Innenansicht abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
 
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